Anlässlich des heutigen Weltgesundheitstags fordert die Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik eine umfassende und diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung für trans*, inter* und nicht-binäre Personen. Noch immer erleben queere Menschen in Deutschland erhebliche Hürden und Diskriminierung im Gesundheitssystem.
Queere Menschen stoßen im Gesundheitssystem auf massive Hürden
„Es ist inakzeptabel, dass trans*, inter* und nicht-binäre Personen in medizinischen Einrichtungen immer wieder mit falscher Anrede, verweigerter Behandlung oder fehlender medizinischer Kompetenz konfrontiert werden. Die Angst vor erneuter Ausgrenzung führt dazu, dass viele Betroffene notwendige Behandlungen nicht oder viel zu spät in Anspruch nehmen – mit teils gravierenden gesundheitlichen Folgen“, erklärt Slawik.
Die laufenden Verhandlungen zwischen SPD und Union sind eine Bewährungsprobe. Wird sich Schwarz-Rot entschlossen für die Rechte queerer Menschen einsetzen oder Kompromisse eingehen, die weiterhin Diskriminierung und strukturelle Benachteiligung zulassen? In den veröffentlichen Verhandlungspapieren hatte die SPD gefordert, dass „die gesundheitlichen Belange der queeren Community […] besonders berücksichtigt werden“ müssen. Doch bislang gibt es keine Einigung mit der Union. „Wer sich für queere Rechte starkmacht, muss jetzt liefern und darf an dieser Stelle nicht klein beigeben. Wir Grüne haben uns in der Ampel-Koalition für eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung eingesetzt. Aufgrund der vorgezogenen Neuwahlen konnten wir geplante Gesetzesvorhaben leider nicht mehr umsetzen. Jetzt liegt der Ball bei Schwarz-Rot“, appelliert Slawik.
Diese Maßnahmen sind jetzt notwendig
Slawik fordert die künftige Bundesregierung, insbesondere die Sozialdemokraten auf, konsequent für folgende Maßnahmen einzutreten:
- Die vollständige Kostenübernahme geschlechtsangleichender Maßnahmen durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV), damit notwendige medizinische Eingriffe nicht von finanziellen Hürden abhängen.
- Der lückenlose Schutz inter*geschlechtlicher Kinder vor nicht notwendigen medizinischen Eingriffen, um ihre Selbstbestimmung und ihre körperliche Unversehrtheit zu sichern.
- Eine diversitätssensible und kompetente medizinische Betreuung durch verpflichtende Schulungen für medizinisches Fachpersonal, um Diskriminierung abzubauen und eine angemessene Versorgung sicherzustellen.
Durch diese Maßnahmen kann zu einer diskriminierungsfreieren Gesundheitsversorgung für queere Menschen beigetragen werden. „Die Gesundheitsversorgung queerer Menschen darf nicht zur Verhandlungsmasse werden. Unsere Gesundheit ist nicht verhandelbar. Jetzt braucht es unseren Druck“, so Slawik weiter. Sie ruft dazu auf, Initiativen zu unterstützen, die sich für die Gesundheitsversorgung queerer Menschen einsetzen. Denn eine gerechte und respektvolle medizinische Versorgung darf nicht weiter aufgeschoben werden.
Über Nyke Slawik: Nyke Slawik ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages für Bündnis 90/Die Grünen aus dem Wahlkreis Leverkusen – Köln IV. Sie setzt sich unter anderem für eine progressive Verkehrspolitik, die Rechte der LSBTIQ* Community, Frauenrechte und eine diskriminierungsfreie Gesellschaft ein.
