Offene Briefe zu PFAS

14.03.2023 – Nyke Slawik schreibt Offene Briefe zu PFAS an die Kölner Bezirksregierung sowie an Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Landesumweltminister Oliver Krischer

Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik sorgt sich um die Gesundheit der Menschen in ihrem Wahlkreis. Der Grund dafür ist die in Leverkusen besonders hohe Belastung durch das „ewige Gift“ PFAS. Wie aktuelle journalistische Recherchen zeigen, ist das das Problem mit diesen per- und polyfluorierten Chemikalien viel größer, als bisher bekannt.
Nyke Slawik: „Sowohl Bundesumweltministerin Steffi Lemke als auch NRW-Umweltminister Oliver Krischer weisen zu Recht darauf hin, dass Stoffe dieser Art grundsätzlich überprüft verboten werden müssen. Dieser Meinung schließe ich mich an. Auch ich begrüße das auf europäischer Ebene geplante Verbot. Wir können es uns nicht leisten, so gefährliche Chemikalien weiterhin in diesem Umfang in die Umwelt zu entlassen.“
In ihrem Offenen Brief fordert Nyke Slawik die Bezirksregierung auf, darzustellen, welche Maßnahmen eingeleitet bzw. bereits eingeleitet wurden, um die Bevölkerung besser von PFAS zu schützen. Gleichlautende Briefe gehen an Landesumweltminister Oliver Krischer und Bundesumweltministerin Steffi Lemke.
Außerdem bittet sie um Antwort auf die Frage, warum die Menge der in den Rhein eingeleiteten PFAS weiterhin so hoch ist, und von welchem Zeitpunkt an sie sinken werde.
Fragwürdig ist aus Sicht der grünen Leverkusener Bundestagsabgeordneten auch, warum nach der Explosion der Sondermüllverbrennungsanlage der Brand nicht mit fluorfreien Feuerlöschschäumen gelöscht wurde.
Nicht zuletzt möchte Nyke Slawik erfahren, wie weit die Gespräche der Bezirksregierung mit dem Chemiepark gediehen sind, um angesichts der neuen Vorgaben für PFAS u.a. in Trinkwasser und Oberflächengewässer nach weiteren Reduzierungsmöglichkeiten zu suchen.

Zum Hintergrund: An mehr als 1500 Orten in Deutschland lassen sich PFAS-Stoffe nachweisen, allein 400 in NRW. Betroffen sind vermutlich insbesondere Industriestandorte und Deponien. Über Kläranlagen finden die Substanzen ihren Weg in Flüsse, Seen und Meere oder auch ins Trinkwasser. Die teils noch unbekannten Folgen werden sich noch über Jahrzehnte, womöglich Jahrhunderte auswirken. Die Kosten für flächendeckende Sanierungen sind ungemein hoch.
Obwohl verschiedene PFAS-Stoffe im Verdacht stehen, hochgradig gesundheitsgefährdend zu sein, gibt es in Deutschland bislang keine Regeln, die den Gebrauch und die Entsorgung von PFAS systematisch begrenzen. Eine der nur insgesamt sechs deutschen Firmen, die PFAS produzieren, ist die Firma Kölner Firma Lanxess, und zwar im Leverkusener Chempark.
Der Großteil der in NRW gemeldeten PFAS-Fälle ist laut NRW-Umweltministerium auf Kontaminierung durch Löschmittel zurückzuführen.
Laut BUND sind durch die Verwendung von PFAS-haltigem Löschschaum nach der Explosion der Sondermüllverbrennungsanlage in Leverkusen-Bürrig besonders viele dieser giftigen Stoffe in den Rhein gelangt – und merkwürdigerweise hielt die hohe Belastung auch in 2022 an.
Vor kurzem hatten sowohl der BUND-Abwasserexperte Paul Kröfges sowie der Leverkusener Bürger und Anwohner der SMVA, Benjamin Roth, Fragen an die Bezirksregierung gesandt