Gegen 9.37 Uhr explodierte vor genau einem Jahr, am 27. Juli 2021, in der Leverkusener Sondermüll-Verbrennungsanlage der Firma Currenta ein Tank. Sieben Menschen starben dabei, 31 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Explosion hat Familien zerstört und Trauer und Verunsicherung in unsere Stadt gebracht. Den Verstorbenen, ihren Angehörigen und den vielen Verletzten gelten meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl. Ich kann mir nicht ausmalen, was sie am heutigen Tag, genau ein Jahr nach dem verheerenden Unglück, durchmachen müssen.

Kilometerweit war die Detonation im Stadtgebiet damals hör- und spürbar. Die schwarze Wolke ragte stundenlang, meterhoch über dem Gelände. Was danach folgte waren ungewisse Tage für die Angehörigen und Anwohnenden sowie viele Fehler und eine fragwürdige Aufbereitung des Unglücks durch das Unternehmen.
Lange war nicht klar, ob die giftige Wolke, die über Leverkusen hinweg zog, gesundheitliche Auswirkungen auf die Menschen haben kann. Über Monate hinweg war zudem unbemerkt ein Gemisch aus Abwasser, Löschwasser und Havarie-Abwasser aus einem beschädigten Tank in den Rhein geleitet worden. Rund zehn Monate nach dem Unglück wurde die Anlage dann zum Teil wieder in Betrieb genommen – und das, ohne die Nachbar*innen der Anlage darüber frühzeitig zu informieren. Darüber hinaus ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen vier Currenta-Beschäftigte unter anderem wegen fahrlässiger Tötung.
Viele weitere Fragen sind noch offen und ich bin froh, dass sich meine grünen Kolleg*innen aus der Ratsfraktion sehr intensiv mit allen Details dieses Unglücks beschäftigen. Zum Beispiel auch, wie es mit der Hochspannungsleitung weiter geht, die über das Gelände führt und welche Stoffe dort überhaupt noch verbrannt werden sollten (zu den Forderungen der Ratsfraktion). Vor allem für die Angehörigen der Verstorbenen und die zahlreichen Verletzten, hoffe ich, dass das Unglück transparent und umfassend aufgearbeitet wird.
Weitere Informationen über das Unglück findet Ihr auch auf der Website des Begleitkreises zum Gutachten und auf der eigens von Currenta eingerichteten Website.
